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Wie bereitet man das Brutnest zur Überwinterung im Magazinbeute vor?

Die Vorbereitung des Brutnestes zur Überwinterung in der Magazinbeute (Hochbeute) basiert auf der Nutzung der vertikalen Struktur der Beute, was die Nachahmung natürlicher Lebensbedingungen der Bienen ermöglicht. Nachfolgend finden Sie eine detaillierte Erläuterung der wichtigsten Grundsätze und Schritte, die für die korrekte Zusammenstellung des Brutnestes erforderlich sind.

Konfiguration der Zargen und Volksstärke

Die Überwinterung starker Völker in der Magazinbeute erfolgt standardmäßig in zwei Zargen. Diese Anordnung bietet den Bienen ausreichend Raum und ermöglicht die natürliche Aufwärtsbewegung der Wintertraube, während die Vorräte verzehrt werden.

  1. Oberzarge: Sie sollte vollständig mit Rähmchen befüllt sein, die Honigvorräte oder verdeckelten Sirup enthalten. Laut Quellen sollten diese Rähmchen vollständig gefüllt sein (vollhonig), was den Bienen in der kältesten Periode kontinuierlichen Zugang zur Nahrung gewährleistet.
  2. Unterzarge: Sie dient als Ort der Traubenbildung. Im Herbst befinden sich dort die Bienen und Reste der schlüpfenden Brut. Die Bienen bilden die Traube auf den leeren Zellen im unteren Teil der Waben, direkt unterhalb der in der oberen Etage angesammelten Vorräte.
  3. Reduzierung bei schwächeren Völkern: Wenn ein Volk nicht stark genug ist, um beide Zargen zu besetzen, wird das Brutnest auf eine Zarge beschränkt oder es werden 6–7 Rähmchen in beiden Etagen verwendet, wobei der freie Raum durch Schaumstoffkeile und Isolierung abgetrennt wird.

Verteilung der Vorräte und des Pollens

Die korrekte Anordnung der Nahrung ist entscheidend für das Überleben des Winters ohne Hungerverluste.

  • Mengennormen: Auf jedes im Brutnest verbleibende Rähmchen sollten mindestens 2 kg Honig (am besten 2,5 kg) entfallen. Die Gesamtmenge der Vorräte für ein starkes Volk sollte 18 bis 25 kg betragen.
  • Verteilung des Pollens: Rähmchen mit Pollen (Eiweißreserve) sind ab Februar unentbehrlich, wenn die Aufzucht neuer Brut beginnt. Laut Quellen sollte das Rähmchen mit Pollen in der Oberzarge als drittes oder viertes vom Rand eingehängt werden, wo sich die Haupthonigvorräte befinden.
  • Anordnungsmodelle der Vorräte: Am häufigsten wird die beidseitige Anordnung (Bartform) verwendet, bei der die schwersten Rähmchen an den Rändern und die leichteren in der Mitte, gegenüber dem Flugloch, hängen und so ein natürliches „Bett” für die Traube bilden. Möglich ist auch eine einseitige (Winkel-)Anordnung, bei der die Vorräte in Richtung einer der Beutenwände abnehmen.

Fütterung und Arbeitstermine

Die Vorbereitungen müssen abgeschlossen sein, bevor die Temperatur unter das Aktivitätsniveau der Bienen fällt.

  • Fütterungsendtermin: Das Auffüllen der Vorräte mit Zuckersirup (Konzentration 1,5:1 oder 2:1) muss bis zum 10.–20. September abgeschlossen sein. Späteres Füttern erschöpft die Winterbienen übermäßig und stimuliert die Königin zu unerwünschtem, spätem Brüten.
  • Dosierungsgrößen: Der Sirup wird in großen Gaben von je 3–4 kg verabreicht, damit die Bienen ihn schnell in den Zellen nahe der Traubenbildungsstelle einlagern.

Belüftung und Isolierung

Die Feuchtigkeitsregulierung ist ebenso wichtig wie der Schutz vor Kälte.

  • Fluglöcher: Die Magazinbeute hat in der Regel mehrere Fluglöcher. Für den Winter sollte das untere Flugloch geöffnet sein (je nach Volksstärke auf einige Zentimeter reduziert), während es sehr wichtig ist, das obere Flugloch offen zu lassen. Dies ermöglicht die Ableitung von feuchter Luft und Kohlendioxid.
  • Belüftung durch die Decke: Quellen empfehlen, Spalten (ca. 3 mm) zwischen den Deckelbrettern zu lassen oder eine Ecke des Tuchs abzuheben, um passive Belüftung von oben zu ermöglichen.
  • Isolierung: Das Brutnest wird von oben mit Kissen isoliert, die mit Moos, Häcksel oder Stroh gefüllt sind. Wichtig ist, dass die Oberisolierung den Abfluss von Wasserdampf nicht vollständig blockiert, was das Schimmeln der Waben verhindert.

Zusätzliche Sicherungsmaßnahmen

Nach der endgültigen Anordnung der Rähmchen müssen an den Fluglöchern Nagetierschutzvorrichtungen angebracht werden (Metalleinsätze mit Öffnungen von 6–7 mm), die die Familie in der Periode ihrer Winteraktivität vor Mäusen schützen. Im Freien überwinternde Beuten können zusätzlich in dunkles Papier gewickelt oder mit speziellen Matten isoliert werden, wobei die Fluglöcher stets durchgängig offen gehalten werden müssen.